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Sankt petersburg von VoltaireOnline.eu

von Eva Pantenburg
Wenn du nach Sankt Petersburg fahren möchtest findest du hier einige Tipps, wie du dorthin kommst, deinen Aufenthalt gestalten, wo du bleiben und wo du feiern kannst.

SANKT PETERSBURG: UNTERWEGS 1
Newskji Prospekt - von der Admiralität zur alten Stadtgrenze

Metroplan
Detailierter Stadtplan

Interaktiver Stadtplan auf Englisch

Der Newskij
"Große Perspektive" wurde der Newskij genannt, als er kurz nachder Gründung St Petersburgs als Schneise durch den Wald geschlagen wurde, um eine Verbindung zwischen der noch kleinen Werft an der Newa und der Straße nach Nowgorod herzustellen, um sie später zum Alexander-Newskij-Kloster zu verlängern. Doch erst Katharina die Große nannte den Newskij Prospekt so wie er heute heißt und machte ihm zu dem, was er heute ist, die berühmteste Straße Russlands. Inzwischen ist er wieder auf Hochglanz gebracht, und auch den Touristen verschließt sich kaum der Zauber der von westlichen Architekten erbauten, 4,5 km langen Prachtstraße und Lebensader der Stadt. Die elegantesten und sehenswertesten Bauten am Newskij befinden sich übrigens zwischen der Admiralität und der Fontanka, die die alte Stadtgrenze markierte.

Entlang des alten Newskij - von der Admiralität zur Mojka
Von der Admiralität führt der Spaziergang den Newskij bis zur Fontanka. Rechts, in Hausnummer 7-9 "Palazzo des Geldes", findet ihr das Büro der russischen Fluglinien, der ehemalige Sitz eines Bankhauses, das 1911 im Neo-Renaissancestil erbaut wurde. Im Haus Nr. 18 (links), von Stassow erbaut, findest du das ehemalige Café "Wolff & Béranger", wo Puschkin sich seinerzeit oft blicken ließ, ebenso Lermontow und Dostojewskij, weshalb man das Café nun Literatur-Café nennt. Gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite befindet sich das Dom Tschitscherina. Das Palais wurde Tschitscherin von Katharina der Großen geschenkt. Ende des 19. Jahrhunderts erwarb es der Kaufmann Jeliseew, und nach der Revolution ließ Gorkij das Palais zum Haus der Künste "Dom iskusstw" ernennen, wo Künstler und Schriftsteller zusammenkamen. Das Haus beherbergt heute ein Kino und die beliebte Kaaffeekette "Idealnaja Tschaschka".

Entlang des alten Newskij - von der Mojka zum Griboedow-Kanal
Der weitere Weg führt über eine Brücke über die Moika. Sie hieß in der Anfangszeit Polizeibrücke, weil hier der Polizeichef residierte. Heute wird sie Volksbrücke genannt. Auf der linken Seite erblickt ihr nun die Holländische Kirche hinter ihren korinthischen Säulen. Auf der Nordseite des Newskij wurden nichtorthodoxen Gemeinden erlaubt, Kirchen zu bauen. Heute befindet sich in diesem Bau die Alexander Blok Bibliothek. Genau gegenüber , direkt an der Moika, liegt malerisch das "Stroganowskij dworez" (Palais Stroganow), das Rastrelli 1752 für den Grafen Stroganow entwarf. Die Stroganows waren eine der reichsten Familien Russlands. Der Tradition nach sorgten sie jeden Mittag für eine warme Mahlzeit für die Bürger der Stadt. Heute ist das Palais ein Teil des Russischen Museums.

Auf linker Seite seht ihr als nächstes, etwas nach hinten versetzt, die deutsch geprägte evangelische Petrikirche. 1950 wurde die Kirche zum Schwimmbad, und heute ist sie wieder das protestantische Zentrum der Stadt sowie Bischofssitz für die GUS. Ein paar Schritte weiter, weithin sichtbar, thront das alte "Dom Knigi" (Haus des Buches), direkt an der Ecke zum Gribojedow-Kanal. 1904 wurde es vom Nähmaschinenfabrikanten Singer erbaut und sollte eigentlich bedeutend höher werden. Da jedoch kein Gebäude höher als der Winterpalast sein durfte, beschränkte man sich darauf, auf die Ecke des Hauses eine Kuppel zu setzen, auf der ein gläserner und von Nymphen getragener Globus ruht. Nach der Revolution wurde aus dem Haus das Zentrum des russischen Verlagswesens, um später der Buchhandlung Dom Knigi zu weichen. Gegenüber, auf der rechten Seite des Newskijs, zieht die Kasaner Kathedrale "Kasanskij sobor" die Blicke in ihren Bann. Die Kahtedrale, Glanzstück das Klassizismus in St. Petersburg, wurde von dem Architekten Woronichin entworfen. Sie ist nach der Isaakskathedrale die zweitgrößte Kirche der Stadt. Zar Paul I, der die Kathedrale erbauen ließ, wollte eine Kirche ähnlich dem Petersdom in Rom. Benannt ist die Kirche nach der Gottesmutter von Kasan, eine Ikone, die nach dem Sieg über Kasan seit dem 17. Jahrhundert in Moskau verehrt wurde, und die Peter nach St Petersburg brachte, wo sie jedoch 1904 mysteriös verschwand. Im Nordflügel der Kirche ist Kutusow beigesetzt, der große Feldherr des Krieges mit Napoleon.

Entlang des alten Newskij - vom Gribojedow-Kanal zur Fontanka
Am Gribojedow-Kanal solltet ihr den Blick auf die Erlöser-Kathedrale "Spas na krovi" geniessen, doch mehr dazu in einem anderen Teil. Linker Hand seht ihr gleich den Kleinen Saal der Philharmonie, der Kleine Glinka-Saal (Hausnummer 30), den Rastrelli im 18. Jahrhundert erbaut hat. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude im Empirestil umgebaut und ging unter dem Namen "Haus Engelhardt" in die Geschichte ein. Das nächste Gebäude, ein bisschen nach hinten versetzt, stellt die Katharinenkirche "Kostel swjatoi Jekateriny". Im Neo-Renaissancestil von de la Mothe entworfen, stellt sie eine weitere elegante Attraktion des Newskijs dar. Gleich neben der Kirche erstreckt sich das Grand Hotel Europe, das an der kleinen Seite zum Newskij ganz bescheiden ist, jedoch seine ganze Pracht entlang der Seitenstraße entfaltet. Schon immer berühmt, wurde es 1989 von einem Hotelkonzern aufgekauft und generalsaniert. Zwei Jahre später öffente hier das erste 5-Sterne-Hotel Russlands, das heute der Kempinski-Kette angehört.
Gegenüber vom Grand Hotel Europe ragt der Turm der ehemaligen Duma in den Himmel. Das 1787 von Quarenghi erbaute Gebäude wurde 1804 von Ferrari der weithin sichtbare Turm aufgesetzt. Er sollte als Feuerwache und Telegraph dienen. Gleich neben der ehemaligen Duma zieht der Gostinyj Dwor die Aufmerksamkeit auf sich. Von de la Mothe erbaut ist der Gostinyj Dwor mit seinen 230m langen Fassade das größte Kaufhaus von St Petersburg. Kaufleute wurden "gosti", Gäste genannt, weshalb man Gostinyj dwor mit "Gästehof" übersetzen kann. Nach dem Beispiel von St. Petersburg entstanden auch in Moskau und vielen weiteren russischen Städten solche Kaufhäuser. Theaterfans aufgepasst: Zwischen dem Gostinyj Dwor und der ehemlaigen Duma ist die zentrale Theaterkasse im rekonstruierten Säulenbau untergebracht. Gegenüber vom Gostinyj Dwor erstrahlt in blau und weiß die Armenische Kirche, 1780 nach den Plänen von Veldten im klassizistischen Stil fertiggestellt. Neben der Kirche findet sich der Eingang zur Einkaufspassage "Passasch", die den Newskij im Pariser Stil mit der Italjakskaja uliza verbindet. Geht man den Newskij auf seiner nördlichen Seite weiter, erblickt man an der Ecke nach der Malaja Sadowaja, einer kleinen Fußgängerzone, den Gourmettempel der "Brüder Jelissejew". Schon der Großvater, der es geschafft hatte, sich aus der Leibeigenschaft freizukaufen, hatte einen kleinen Lebensmittelladen aufgemacht. Um 1900 war das inzwischen große Handelshaus legendär und ließ 1902 das aufwändig dekorierte Jugendstilgebäude am Newskij 56 bauen.
Auf der südlichen Seite, gleich neben dem Gostinyj Dvor, befindet sich die Russische Nationalbibliothek. Sie säumt den Ostrowskij-Platz mit dem Katharinen-Park, in dessen Zentrum eine Statue Katharina der Großen steht. Im Hintergrund sieht man das Alexandrinskij-Theater, dass der Architekt Rossi 1828 entworfen hat. Dahinter befindet sich eine nach dem berühmten Architekten benannte Straße sowie ein sehenswerter Club. Zwischen Ostrowskij-Platz und Fontanka erstreckt sich das Anitschkow-Palais, das älteste Gebäude am Newskij Prospekt.