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DIE ILE DE RE PRAKTISCH von VoltaireOnline.eu

von Christina Kanwischer

DIE ILE DE RE:

Eine kleine Insel an der französischen Westküste
Eine kleine Insel im Westen Frankreichs, gerade mal 30 km lang und 5 km breit, ganz nah am Festland, das ist die Ile de Ré. Gerade mal 10 Dörfer befinden sich auf ihr: Les-Portes-en-Ré, Loix, Saint-Martin-de-Ré, La-Flotte, Rivedoux, Sainte-Marie-de-Ré, Le-Bois-Plage-en-Ré, La- Couarde-sur-Mer, Ars-en-Ré, und Saint-Clément-des-Baleines. Trotz ihrer Winzigkeit ist diese Insel dennoch äußerst bekannt, denn sie hat einen unvergleichlichen Charme und selbst berühmte Leute geben sich hier im Sommer die Ehre. Im Spätherbst und Winter scheint sie manchmal fast wie ausgestorben. Die 16 000 Einwohner, die sie zur Winterszeit zählt, können im Sommer zur Hochsaison auf über 150 000 Einwohner ansteigen!

Unser Tipp

Unser Tipp ist, im September und Oktober hinzufahren, oder wieder ab April, Mai, Juni - bevor der große Ansturm losgeht und auch die Preise erheblich ansteigen! Denn die Ile de Ré entfaltet auch gerade zu den kälteren Jahreszeiten eine besondere Stimmung: Spaziergänge an langen Sandstränden kompensieren das fehlende Angebot an sonstigen Unterhaltungsmöglichkeiten. Für große Diskos, Theater etc. muss man außerhalb der Saison schon aufs Festland rüberschiffen, nach La Rochelle, das allerdings über eine 2,9 Kilometer lange Brücke gut zu erreichen ist.
Les Portes en Ré -Crédit:VoltaireOnline/JH
Vor dem Bau dieser Brücke im Jahre 1988 war das Leben aud der Insel noch wesentlich beschaulicher, als sie nur durch einen Fährdienst zwischen dem Festlandhafen La Pallice und dem Inselhafen Sablanceaux zu beschiffen war. Das genügte aber den immer zahlreicher werdenden Touristen bald nicht mehr, mussten sie doch aufgrund des großen Andrangs stundenlang in der Sonne schwitzen, um auf die nächste Fähre zu warten! Seit dem Brückenbau und auch nach dem Flughafenbau in La Rochelle vor einigen Jahren hat der Tourismus noch erheblicher zugenommen. Dementsprechend sind auch die Grundstückspreise auf der Ile de Ré gestiegen, so dass die ursprünglichen Einwohner nach und nach die Insel räumen und immer mehr Prominente dort ihr Sommerhaus erwerben. Man kann hier im Sommer zum Beispiel auf Caroline von Monaco oder den französischen Politiker Lionel Jospin treffen.
Es gibt jede Menge Hotels auf der Ile de Ré, oft werden aber auch Wohnungen durch Privatleute vermietet. In den Straßen der Dörfer trifft man überall auf Künstler, die das ruhige Leben auf der Ile zu ihrer Muse gemacht haben. Sie lassen es sich hier gutgehen und schöpfen Kraft für den anstrengenden Künstleralltag. Die exquisiten Restaurants der Insel erfüllen dazu eine Bandbreite an traditioneller Küche und bieten so für jeden Geschmack etwas, vom eher Exklusiven hin bis zum Studentengeldbeutel.

Le Phare des Baleines -Crédit:VoltaireOnline/JH-
Praktische Info: Wie komme ich hin?
Zug: Regelmäßige Zuglinien zwischen La Rochelle und Nantes, Bordeaux und Paris-Montparnasse, SNCF: Tel.: 36-35, 0,34 Cent/Min

Bus: Zwei Reisegesellschaften: RéBus fährt alle Dörfer an: 05-46-09-20-15,
RTCR
hält in Sablanceaux, nach der Brücke (nur in Hochsaison)

Auto: In der Hochsaison sind 16,50 Euro "péage" zu bezahlen, um die Brücke hin und zurück zu überqueren.

Für Fußgänger und Radfahrer ist es bisher noch gratis

Hier bekommt ihr alle nötigen Informationen, selbst wenn ihr in der letzten Minuten noch auf der Suche nach einem Hotelzimmer oder einem Campingplatz seid:
Haupt-Tourismusbüro Ile de Ré:
BP 28 17580 Bois-Plage
05-46-09-00-55
e-mail: tourisme@iledere.fr

Saint Clément des Baleines -Crédit:VoltaireOnline/JH-
Geographisches

Die Ile de Ré ist ziemlich flach, weshalb auch viele Touristen gerne zum Fahrradfahren herkommen. Ein paar Dünen sind die einzigen Hügel, die auf ihr zu finden sind. Der höchste Punkt der Insel liegt lediglich 19 Meter über dem Meeresspiegel. Auf den weiten Feldern wird vor allem Wein angebaut, aber auch Gemüse und Obst. Sumpf ist auf der Insel auch nichts Seltenes, und man muss ab und an schon aufpassen, wohin man seinen Fuß setzt. Vereinzelt gibt es auf der Insel auch noch Salinen, das sind geplante oder wilde Salzgärten, in denen das Salz durch die natürliche Verdunstung von Meerwasser erzeugt wird. Die Sümpfe dafür befinden sich bei Saint-Martin-de-Ré, dem Leuchtturm Phare des Baleines oder bei Ars-en-Ré. In den Boutiquen der Kette "L'esprit du sel", kann man dieses Salz erstehen: zum einen das "Fleur de sel" (Salz der obersten Schicht, feingemahlen) und zum anderes das "Gros sel" (grobkörniges Salz).

Im Süden der Insel befindet sich die sogenannte Côte Sauvage (Wilde Küste), hier erheben sich lange Dünenreihen auf einer Felsplatte, während der fruchtbare Osten der Insel vor allem dem Anbau gewidmet ist. Im Westen befinden sich vor allem Kiefern-, Pinien- und Zypressenwälder sowie Weinberge, während im Norden der Jachthafen liegt. Eingebettet in den wärmenden Golfstrom und mit ca. 2600 Sonnenstunden pro Jahr ist das Wasser um die Insel herum stets wohltemperiert und so kann man hier selbst im Herbst noch gut baden.
Saint Martin de Ré -Crédit:VoltaireOnline/JH
Tourismus

Die Ile de Ré wird vor allem als familienfreundlicher Urlaubsort empfunden, mit ihren Einfamilienhäuern und den überschaubaren Hotelanlagen, den zahlreichen Sport- und Ausflugsangeboten und den feinen Sandstränden. Da jeder gerne etwas davon hätte, war für die Behörden lange Zeit das wilde Campen junger Leute in den unbewachten Dünen ein Problem. Dies hat sich aber inzwischen etwas gewandelt, da mehr und mehr Aufsichtsmöglichkeiten geschaffen und immer härter gegen die Freestylecamper vorgegangen wurde.
So erfreut sich die Ile de Ré nach wie vor äußerster Beliebtheit. Ein großer Vorteil des nach dem Brückenbau rapide angestiegenen Tourismusaufkommens ist übrigens die erhöhte Zahl an geschaffenen Arbeitsplätzen in der Tourismusbranche.

Le phare des baleines-Crédit:VoltaireOnline/JH-
Sehenswürdigkeiten

Auch wenn man nicht nur jeden Tag am Strand liegen will, hat die Ile de Ré einem etwas zu bieten. Eine Kuriosität ist wohl die Existenz von alten Wehrmachtsbunkern, die noch aus der Besatzungszeit ab 1940 stammen und vor allem an den Südstränden noch hier und da aus dem Sand herausragen. Ein mancher empfindet sie dennoch als sehr störend, aber Kinder spielen liebend gerne hier. Auch die Festungsanlagen in Saint-Martin-de-Ré aus dem 17. Jahrhundert werden gerne von den Touristen besichtigt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Phare des Baleines (Leuchtturm der Wale), welcher 1854 erbaut wurde. Eine Wanderung bei Ebbe über den Schleusenwall am Leuchtturm ist ein interessantes und nicht ungefährliches Erlebnis, denn man muss aufpassen, vor der Flut wieder auf sicherem Gebiet zu sein, um nicht vom Rest der Insel abgeschnitten zu werden.
Saint Martin de Ré-Crédit:VoltaireOnline/JH-
Der Arche Noah-Park ist ein Miniaturzoo mit einer großen Muschelsammlung und einem inselgeschichtlichen Museum. Dazu gehört auch der Parc Amazonia, ein Naturgebiet mit vielen Papageien und sonstigen exotischen Vögeln, die dort frei herumfliegen können.
Vogelfreunde können in den Naturreservaten auch eine Vielzahl an Jahres- und Zugvögeln beobachten. Die Liste der vertretenen Arten ist lang, unter ihnen befinden sich zum Beispiel Weißkopf- und Silbermöwen, Rohrweihen, Seeregenpfeifer, Blaukehlchen, Rotschenkel, Austernfischer und Wiedehopfe. Die beste Beobachtungszeit an der Küste ist jeweils zwei bis drei Stunden vor und nach der Flut, in den Sümpfen am Morgen während der Flut. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Fischschleusen bei Saint-Clément-des-Baleines und Sainte-Marie-de-Ré. Sie stehen zwar unter Denkmalschutz, werden aber von einer Interessengemeinschaft instand gehalten und der Fischfang ist den Mitgliedern erlaubt.

Saint Clément des Baleines -Crédit:VoltaireOnline/JH-
Museen
Der kostenlose Pass "Les clés du patrimoine" (Schlüssel zum kulturellen Erbe) ermöglicht Preiserlassungen beim Eintritt in alle auf der Insel vorhandenen Museen. Der volle Preis wird nur beim Eintritt in das erste Museum verlangt. Der Pass ist im Tourismusbüro erhältlich.

Fahrradfahren
Das flache Land hatte ich ja schon erwähnt: tatsächlich bieten sich dem sportlichen Inselliebhaber über 100 km Radfahrstrecke auf der kleinen Insel an. Auch die Möglichkeiten zur Fahrradleihe sind zahlreich, ebenso ist für Reperaturmöglichkeiten gesorgt. Man könnte sogar sagen, dass das Fahrrad das am häufigsten benutzte Fortbewegungsmittel auf der Insel ist. Pro Sommer zählt man nicht weniger als 50 000 Fahrräder, die hier herumflitzen!

Fünf offizielle Radwege mit guter Beschilderung ermöglichen ein bequemes Fahren:

Der Chemin de l’histoire (Weg der Geschichte), 22 km lang, zwischen Sablanceaux und Sainte-Marie, führt über Rivedoux, La Flotte und Saint-Martin.

Der Chemin du littoral (Küstenweg) ist 17, 5 km lang und erlaubt einen besonders guten Blick auf die Küste.

Der Chemin de Campagne (Landweg) ist 19, 5 km lang, beginnt bei Saint-Martin und führt über La Couarde bis zum Strand von Le-Bois-Plage.

Der Chemin des marais (Sumpfweg) ist 18 km lang und führt um Fiers d’Ars und Saint-Martin bis hin zu Portes-en-Ré.

Der Chemin de la Forêt (Waldweg) ist 10 km lang, beginnt in Saint-Clément und geht durch den Forêt domaniale von Lisay.

Wenn man einmal alle diese Wege gefahren ist, hat man eine guten Einblick in die Vielseitigkeit der insularen Landschaft erhalten. Radfahrpläne könnt ihr euch schon vorher im Tourismusbüro besorgen. Ein kleiner Tipp: gerade bei einem solch regen Radfahrverkehr ist es wichtig, die Verkehrsregeln zu beachten! Die Radwege verlaufen jeweils in doppelter Richtung, man sollte sich also rechts halten und vorsichtig überholen, um Unfälle zu vermeiden! Bonne route!

La Flotte en Ré -Crédit:VoltaireOnline/JH
Praktische Info:
Ein paar Beispiele, wo ihr euch Fahrräder mieten könnt (Location de vélos):

Fun Cycles
203, rue J.-Ferry
Rivedoux-Plage
Tel.: 05-46-09-69-39

Cyclo-Surf
26, rue du 14-Juillet
Sainte-Marie-de-Ré
Tel.: 05-46-30-19-51

Cycland
Impasse de Sully
Saint-Martin-de-Ré
Tel.: 05-46-09-08-28.

La Flotte en Ré -Crédit:VoltaireOnline/JH
Strand
Wer nicht mit dem Fahrrad unterwegs ist und lieber in der Sonne liegt, als beim Fahren zu schwitzen, für den stehen kilometerlange feine weiße Sandstrände zur Verfügung. Auch hierhin kann man aber oft erst durch das Wandern über kleine und manchmal verwilderte Pfade gelangen, die sich durch die Dünen und das Gebüsch schlängeln. Die schönsten Strände findet man an der Südwestküste. Le-Bois-Plage ist der größte Badeort. Hier gibt es im Sommer auch viele Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Weiterhin sind die Strände bei Sainte-Marie ebenso attraktiv, aber glücklicherweise meist etwas weniger überfüllt.